Donnerstag, 24. November 2011

1 Monat!

1 Monat her, dass ich hier berichtet hab.1 Monat noch bis Weihnachten. Ich freue mich wie nie zuvor auf dieses Fest! Ich zähle die Tage, auch wenn es mir hier nicht schlecht geht. Aber die Aussicht auf all meine Lieblingsspeisen und -menschen komprimiert in zweieinhalb Wochen ist einfach zuuu gut. Momentan haben viele Au Pairs einen Durchhänger, weil jetzt das im-Bett-bleiben-Wetter in Kombination mit dem nervigen-Kinder-Alltag eingesetzt hat. Und das ist manchmal wirklich nicht leicht zu bewältigen. Ein Mädchen meinte, sie fühle sich, als wäre sie ungewollt schwanger geworden. Wieder andere sind einfach nur frustriert und murmeln ihre Wut auf deutsch in Richtung Kinder.. verstehen tun die ja zum Glück nichts :D Es ist eben doch nicht so locker flockig, wie sich das viele vorgestellt haben. Und einen Beschluss haben so ziemlich alle gefasst: Kinderkriegen kann noch 'ne ganze Weile warten!
Aber natürlich hat man hier auch wunderschöne Momente! Die Kleinen geben einem so viel zurück. Und richtig Kraft getankt habe ich vom 11. bis 13. November in der Normandie. In einem Ort in der Nähe von Cabourg. Die Großeltern besitzen dort ein Haus, welches wir für das verlängerte Wochenende zu zwölft bevölkert haben. Denn die Schwester von Agnès + Kinder und ein Freund von Francois + Tochter verbrachten die Tage mit uns. Ich kam mit allen super aus, es herrschte eine wirklich angenehme Atmosphäre im Haus, welches übrigens unzählige Zimmer beinhaltet.. ich hatte mein eigenes im Keller. Und sobald ich den Fuß aus der Haustür gesetzt habe, war ich auch schon am Strand. Ich hab mich wirklich wie zu Hause gefühlt, einfach durchatmen, das hat so gut getan! Zum Glück hat meine liebe Mami mir meine Gummistiefel zugeschickt. Die waren im Dauereinsatz, weil ich jede verfügbare Minute am Wasser verbracht habe. Bis nach Cabourg waren es ca. 3km, die man in knapp einer Stunde leichtfüßig bewältigen konnte. Dort angekommen war man umzingelt von Touristen, Souvenirshops und Crepe-Ständen, aber es hat mir gefallen, muss ich zugeben ;) Und die beiden Abende hab ich die schönsten Sonnenuntergänge gesehen.. das Licht ist dort wirklich besonders gewesen, kein Wunder, dass sich so viele Künstler daran versucht haben, es zu malen. Ich glaub das war wirklich einer der schönsten Momente bisher: alleine abends beim Sonnenuntergang am Strand spazieren, mit Musik auf den Ohren und einem Nutella-Crepe in der Hand. An einem Vormittag wurde ich aber auch zur Kinderbespaßung eingesetzt: Ab gings ins Schwimmbad! Das war bloß leider nicht so cool mit Rutschen und Wellen oder ähnlichem :( Und da meine kleine Héloise noch nicht schwimmen kann, gabs 3-h-rundum-Betreuung von mir. Das Wochenende ging wirklich unglaublich schnell rum, schade.
Hmm, was hab ich noch so gemacht? Ich war mit Hanna im Museum Quai Branley (natürlich wieder umsonst, wer hätts gedacht ;)), wir waren im Kino, ich hab einen Vintage-Markt und einen Herbstmarkt besucht, die Rue de Rivoli bin ich langgeschlendert und hab mir das Louvre schon mal von außen beschaut. Bisher konnte ich mich nämlich noch nicht aufraffen es mir von innen anzusehen. Mich interessiert doch eher die neuzeitlichere Kunst. Oh man, ich hab echt keine Ahnung, was ich alles so gemacht habe in dem Monat. Auf jeden Fall sind meine Weihnachtseinkäufe schon fast vollendet, was mich sehr beruhigt.
Oh, und ich habe ein rosa sariges Wunderpaket von meinem Jul geschickt bekommen! Mit vielen schönen Überraschungen, die mein kleines Prinzessinnenherzchen sehr erfreut haben. Ich denke, es besteht die Möglichkeit, dass ich demnächst mein Zimmer mit Hello Kitty Geschenkpapier tapeziere :D
In der Sprachschule läuft auch alles bestens. Ich könnte eigentlich in einen vom Niveau höheren Kurs wechseln, aber es ist ganz gut, die Basis richtig zu festigen.. und zudem ist meine Klasse einfach klasse ;D Wir haben so viele verschiedene Nationalitäten in einem Raum sitzen und einige wirklich schräge Vögel, was uns schon einige Lachkrämpfe beschert hat. Meine spanisch-türkisch-ägyptische Lehrerin ist genial! Wir alle lieben ihren Humor und wenn wir mal wieder komplett vom Thema abschweifen und in ein Multikultimeinungsaustauschsgespräch verfallen. Wir sprechen natürlich viel über Vorurteile- auf eine sehr witzige Art und Weise. Übrigens sollen wir mechanisch sein, liebe deutsche Freunde ;) Zwar sind einige Mädchen nicht zufrieden mit der Schule, weil auf dem Lehrplan wirklich nur grammatikalische Regeln und neues Vokabular stehen, aber mir gefällt es wirklich gut. Die Hausaufgaben kann man locker auf dem Weg zur Schule im Zug machen und der Unterricht ist sehr entspannt und locker.
Sehr entspannt und locker hätte ich es auch gerne mal mit den Kindern. Solche wunderbaren Tage kommen zwar vor, aber die Regel sieht anders aus. Da Suzan beschlossen hat, auf jede erdenkliche Frage nur noch mit "NEIN!" zu antworten, stehe ich mehrmals am Tage am Rande eines Nervenzusammenbruchs. Dieses kleine Wesen hat einen enormen Sturkopf, ein ungemein lautes Organ und viel zu große süße braune Äuglein! In letzter Zeit ist es streckenweise wirklich schwierig mit ihr.. und die arme, eifersüchtige Héloise, die unheimlich gerne Unsinn macht, kommt dabei auch zu kurz. Mehr als schade ist es auch, dass die Kinder unter der Woche so gut wie nichts von ihren Eltern haben. Aber gut, sonst bräuchten sie wohl auch kein Au Pair. Ich bin mir sicher, dass ich mein späteres Familienleben komplett anders gestalten möchte. Eine Naschkatze hat es hier zum Beispiel nicht so leicht- denn es gibt nur Punkt um 4 Uhr eine eingeteilte Ration Schokolade, dh. jeweils 4 Stückchen für die Großen, 3 für Héloise und 1 für Suzan. Die Kinder dürfen unter der Woche nicht fernsehen und keine Computerspiele spielen. Sobald die Großen aus der Schule kommen, setzen sie sich an ihre Aufgaben, über die ihre Mutter genauestens Bescheid weiß. Nagellack, lange Haare oder abwaschbare Kindertattos sind auch tabu. Liebe Mama, ich bin furchtbar froh, dass du nicht so bist! :D
Übrigens kann Suzan jetzt "lecker, lecker, lecker!", "ziiiiiiiieh!" und "ja" und "nein" sagen. Ich schaffe es zwar nicht durchgängig mit ihr deutsch zu reden, aber Erfolge sind schon zu verzeichnen, was die Eltern und mich sehr stolz macht. Also, auch wenn es teilweise schrecklich anstrengend ist und zu Hause alles besser ist, werde ich hier viele Erfahrungen dazu gewinnen. Und es ist schön zu wissen, dass die Kinder einen schon ins Herz geschlossen haben. Ich lass mich nicht runterziehen, es sind ja auch nur noch 23 Tage bis zu meinem erholsamen Deutschlandurlaub!

Denkt an mich, ich vermisse euch!
1000000000 Küsse aus Frankreich,
bis ganz bald,
eure Sarah!

    
Wieder Elefanten, liebe Lena! Im Museum Quai Branley







Kunst? In der Rue de Rivoli..
Mein Traumgefährt! Entdeckt in der Rue de Rivoli

Im Museum Quai Branley


Da hängt ein affenähnliches Wesen aus dem Louvre..
Jaa, ich war wirklich da!

Glücklich in der Normandie! Mit Tabeas Mütze, die jetzt meine ist ;)
So ein wunderschöner Sonnenuntergang..
Sowas wie Ostsee-Heimat-Glücksgefühle getankt.
einfach wow!
Tonnen an Muscheln hab ich gesammelt

Cabourg war die größere Touristenstadt in der Nähe
rosa Schäfchenwolken!





Sonntag, 23. Oktober 2011

Die restlichen Fotos!







Lasst das Wirrwarr wirken! :D



Da seht ihr mich, wenn ihr genau hinguckt!




Und da sind meine Umrisse schon wieder!
Herz!



die nette Dame besteht aus Spielzeug..
Der Eiffelturm! Tolle Aussicht!


Riesen Gewusel in der Eingangshalle


Der tolle Künstler..
"Ich bin ein Künstler.. bitte helfen Sie mir."


Ich beneide Tintenfische um ihre 8 Arme!

Jetzt, wo eure Ferien in Deutschland vorbei sind, hab ich auch endlich welche. Die Eltern und die beiden Großen sind Sonntag früh nach Polen geflogen. Die Kleinen schlafen bei den Großeltern zwei Häuser weiter. Ganz frei hab ich also nicht- 3 Stunden am Tag spiele ich mit den Beiden und Donnerstag hab ich Suzan von 10-19 Uhr. Auch bin ich nicht komplett mutterseelenallein in diesem riesen Haus. Die Woche über wird ein Handwerker alle Fenster im Untergeschoss wechseln, Mittwoch und Freitag kommt die liebe Putzfrau Mina und Donnerstag wird ein Elektriker im Bad arbeiten. Die Stille ist auch richtig ungewohnt! Niemand, der schreit, heult, mit Türen knallt oder diese nervigen elektrischen Spielzeuge mit Düdelmelodien anschaltet. Ich genieße diese Woche also erstmal.
Auch wenn erst ein paar Tage vergangen sind, hab ich schon wieder eine Menge erlebt (und auch viel von dem vergessen..).
Am Sonntag, den 16.10.2010, hat es zum Glück nicht geregnet und wir konnten unseren "Familien"ausflug ins Miniaturland angehen. Nach einer kurzen Autofahrt waren wir da- und die Sonne schien sogar! Unsere Tour begann im Süden mit Korsika und der Côtes-d'Azur.. alles im Kleinformat und bis ins Detail ausgearbeitet. Wirklich süß! Wir durchquerten halb Frankreich in einer knappen Stunde. Dann stellte sich uns ein unüberwindbares Hindernis in den Weg: der Hunger! Hier gibts immer diese schönen Menüs, weil ein Essen nicht ohne Dessert beendet werden kann. Halbes Baguette mit Schinken und geschmolzenem Käse, Cola, eine Tüte Chips und ein leckeres Eis stärkten mich für das Bevorstehende.. Denn gleich neben dem Imbiss befanden sich die "Attraktionen". Klettern und rutschen, sich mit einem Boot hochziehen lassen und dann rasend schnell im See ankommen , in einer riesen Schaukel hin- und herschleudern, kopfüber stehen und Rollen in einer Kugel machen, über einen See sausen, sich das Miniaturland aus 10m Höhe angucken und und und, alles konnte man ausprobieren. Da wurde das Essen richtig schön durchgeschüttelt. Und die beiden Großen sahen wir für einige Stunden nicht mehr. Wir setzten unsere Tour durch Frankreich fort, standen auch irgendwann in Paris. Und ich freute mich wie ein Honigkuchenpferd, dass ich alle Sehenswürdigkeiten, die dort im Miniformat standen, schon in Originalgröße bewundern durfte. Irgendwann war Frankreich dann auch mal zu Ende :D Das war wirklich ein wunderschöner Ausflug! Achja, am Tag davor hab ich mir mit Hanna "die drei Musketiere" in 3D angesehen! Ha! Es ist mir wieder eingefallen! Wir wollten eigentlich ins Monet Museum, aber das war genau die Woche geschlossen. Stattdessen haben wir uns Minitorten vom Edeltortenmacher gekauft und diese bei strahlendem Sonnenschein in einem Pariser Park genossen.
Und dann begann auch schon wieder der alltägliche Trott. Schlafen, Schule, Kinder. Allerdings war der Mittwoch diesmal erträglich, weil der Zirkus hier zu Besuch war bzw. immer noch ist. Héloise hat so lange gebettelt, bis die Mama uns die Erlaubnis gab, hinzugehen. Suzan ist für sowas natürlich noch zu klein und blieb zu Hause. Die Vorstellung dauerte auch ganze 2 Stunden und ich verlor jegliches Gefühl in den Beinen mit Héloise auf meinem Schoß. Als Kind war der Zirkus irgendwie schöner und magischer. Jetzt, mit 19, hab ich nur die armen Tiere und die arme Zirkusfamilie gesehen. Affen in Tütüs, die Angst hatten vor ihren Kunststücken, Tiger, die ihren Dompteur nur anfauchten, knallende Peitschen und alte Frauen, die einen Tisch mit ihren Füßen durch die Gegend wirbeln. Aber Héloise hats zum Glück gefallen. Ich möchte auch nochmal Kind sein!
Jedenfalls wurden zum Ende der Woche alle immer aufgeregter, weil es auf den Urlaub zuging. Und Freitagabend durfte ich mich dann einer harten Bewährungsprobe stellen: Mir wurde gesagt, dass ich die Kleinen abholen soll und dass zum Abendessen wieder jemand da sein würde. Die Zeit schritt aber unaufhaltsam voran und erreichte die magische Uhrzeit: 7 Uhr! Das bedeutet für mich normalerweise die Erlösung durchs Abendessen. Diesmal hatten sich die Eltern aber beide verspätet. Ich hatte zwar schon öfter für die Kinder gekocht, aber diesmal hieß es spontan Entscheidungen zu treffen. Und, OH GOTT, sowas kann ich GAR NICHT!
Die Großen haben sich ins Fernsehzimmer verabschiedet und ich kämpfte mit den Kleinen in der Küche. Es entwickelte sich ein ganz lustiges Spiel: Suzan auf den Arm nehmen: Stille - Suzan runtersetzen: Geschrei und Geheule. Tja, dann also mit Baby auf dem Arm kochen und sich nebenbei noch das Ohr von der 4-Jährigen abkauen lassen, die ja aaaaalles besser weiß. Aah! Egal, es gab ihr Lieblingsessen: Fertigsuppe, Fertigkartoffelpüree und ne Scheibe Schinken. Keine Ahnung wieso, aber die lieben das. Irgendwann kam dann auch meine rettende Ablösung und später am Abend wurden wir Großen mit einem unheimlich leckeren Essen belohnt. Denn Francois kann wirklich kochen! Reis, geschmolzene Butter, Seelachsfilet (oder irgendein anderer Fisch.. Papa hätts gewusst!) und Pilze in Kräutern. Zum Nachtisch gabs Vanilleeis mit warmer Schokosauce. Hatte sich der Stress doch gelohnt, denn Agnès war mächtig stolz auf mich.
So, und jetzt hab ich Wochenende. Gestern, also Samstag war es so so kalt! Ich bin nur kurz nach Paris gefahren, um frische Luft zu schnappen, aber mehr auch nicht. Dafür hab ich mich heute wieder ganz mutig zur nächsten unentdeckten Ecke Paris' aufgemacht. Alleine, sonst ist es ja nur halb so spannend! Ich bin mit dem Rer bis Châtelet- Les Halles gefahren und fühlte mich wie Pacman. Was ein Labyrinth! Ich bin erstmal rumgeirrt, bis ich den Ausgang gefunden hab. Wenigstens war der Weg zum Centre Pompidou ausgeschildert, ich stand schon vor 'nem halben Herzkollaps! Da drin hab ich dann auch erstmal meine 5 Minuten zum Orintieren gebraucht. Und stand dann da einfach mal nachdenkend rum. Aaaaber, ich habs geschafft! Natürlich wieder ohne was bezahlen zu müssen, hab ich die Dauerausstellung besucht. Und es hat mir echt gut gefallen! Die Etage 1960-Neuzeit hab ich mir bis in den kleinsten Winkel angesehen. Die Etage 1905-1960 hab ich erst danach entdeckt und durch mein Gewissen getrieben bin ich mit schweren Füßen einmal den Flur langgeschlurft. Nachdem das Loch in meinem Bauch mein Gewissen verspeist hatte, hab ich mich auf den Heimweg gemacht. Vorher hab ich noch einen kurzen Blick auf den Strawinski-Brunnen geworfen. Und das erste Mal in meinem Leben einem Bettler Geld gegeben. Er hat so ein fantastisches Bild mit Kreide auf die Steine gemalt! Er ist Künstler, da tat mir das Herzchen etwas zu doll weh um weiterzugehen.
Auf der Suche nach der Metrostation bin ich dann wieder wie gefesselt stehen geblieben, weil sich ein riesen Publikum um 4 Menschen versammelt hatte. Ein Mann hat mit 3 unfreiwilligen Freiwilligen aus dem Publikum Improtheater oder sowas ähnliches veranstaltet. War wirklich witzig, bis sich mein leerer Magen wieder bemerkbar machte. Nach einer Stunde Fahrt bin ich zu Hause angekommen, hab den Gasherd angeschmissen und mir lecker deutsch Pellkartoffeln gekocht. Jetzt genieße ich die ungewohnte Stille im Haus und kuschel mich mit einer Tasse heißer Schokolade unter meine tausend Decken.
Viele Küsse von der Sarah, die euch alle schrecklich vermisst!
Noch 55 Tage und ich bin zu Besuch in Deutschland..
:*

Nach dem ganzen Text kommen jetzt auch mal die aktuellen Fotos:

Jippie!
man könnte denken, das wäre hoch gewesen



eine schöne Aussicht hatte ich!

glücklich! :)


Der Zirkuswagen- der kann Musik machen und sprechen.. ganz laut.

nochmal Lenas Lieblingstier- diesmal nicht als Keks
der arme Elefant.. die Frau hat doof getanzt!



mit 3D-Brille Udo Lindenberg zum Verwechseln ähnlich!

Ich hab Samsam gefunden! In der Metrostation!

Waren die lecker! Baiser, Sahne, weiße Schokolade.. hmm!

der Eiffelturm einmal bei Sonnenschein!

Die restlichen Fotos gibts in 'nem neuen Post, die Technik überfordert mich hier :D

Freitag, 14. Oktober 2011

Lena ♥


Liebe Lena,
Am Mittwoch haben Héloise, Suzan und ich Kekse gebacken! Die sind nicht nur superlecker geworden, sondern haben mir ein Lächeln ins Gesicht gezaubert.. Ja, es wurden tatsächlich Elephantenkekse! Am liebsten hätte ich dir welche eingepackt und zugeschickt, aber die waren bei uns 7 ganz fix alle. Ich hab diese süßen Dinger aber auf Fotos festgehalten und ganz fest an dich gedacht ;)


..Noch 3 Tage und 8 Wochen! Dann bin ich schon wieder in Deutschland. Ich freue mich so so so sehr, dich und alle anderen wieder zu sehen. Bis dahin genieße ich noch die Zeit im riesigen Paris. Danke, dass du dich mit mir freust und immer liebe, aufbauende Worte findest ;)

Bis bald, ich hab dich unheimlich lieb,

deine Sarah!

Sonntag, 9. Oktober 2011

Sowas wie Alltag..

Mein letzter Post ist etwas her und ich kann mich ehrlich gesagt gar nicht mehr wirklich erinnern, was in der Zwischenzeit alles passiert ist. Jedenfalls hab ich jetzt grade ein bisschen Zeit, weil die Familie und ich eigentlich in ein Miniaturland wollten- der Ausflug ist aber sprichwörtlich ins Wasser gefallen (dö dö döm tsschh..).
Letztes Wochenende (Freitagabend) war ich mit ein paar Au Pairs im Club "Duplex", der sich ganz in der Nähe des Triumphbogens befindet. Ich hab mich teilweise etwas gefühlt wie im M8: Viele, unglaublich viele Mädchen, komplett identisch: High Heels, kurzes Kleid, viel Schminke. Naja, es war trotzdem ganz witzig, wir sind aber auch früh wieder gegangen. Das Ding mit den Nachtbussen ist ja auch so eine Sache: erstmal irgendwie zum richtigen Bahnhof kommen und dann hoffen, dass der Bus, der nur einmal die Stunde fährt, noch auf dich wartet ;) Am nächsten Tag war dann wieder etwas babysitten angesagt und am Sonntag kams zum Comeback von Abenteurerin Sari! Diesmal ins Auge gefasst: Der Invalidendom! Den konnte ich gar nicht verfehlen: diese enorme goldglitzernde Kuppel springt einem sofort ins Auge. Natürlich musste ich wieder nichts bezahlen und hatte freien Zutritt zu all den Museen drum rum. Waffen- und Rüstungsausstellungen haben mich aber nicht sonderlich interessiert auf Grund meines Zeitmangels und der Hitze. Am 2. Oktober war es nämlich noch kurze-Hosen-warm. Grade jetzt liege ich in meinem Bett und es ist 5-Pullover-kalt! Jedenfalls stand ich dann irgendwann im Invalidendom und hab mir schon wieder Grabmäler angeguckt. Die Krypta von Napoleon ist wirklich riesig und der Altar wie üblich sehr prunkvoll. In seine letzte Ruhestätte, den Sakrophag im Untergeschoss, gelangte er übrigens erst am 2. April 1861, obwohl er schon am 5. Mai 1821 starb. 40 Jahre hat seine Überführung gedauert, das ist schon was. Seine Brüder sind dort auch bestattet.. ich bin immer kurz davor "ausgestellt" zu sagen, aber nuuur kurz davor. War einen Ausflug wert, besonders, weil Agnès und Francois mir abends dann erzählt haben, dass sie dort geheiratet haben.
Mittlerweile hat sich sowas Ähnliches wie Alltag eingestellt. Ausschlafen, mittags zur Schule, danach zur Metro flitzen, die Kinder abholen, bis zum Abend ohne Verletzte oder Schreikrampftote überleben und dann ins Bett fallen und mit den Lieben daheim kommunizieren. Ich hasse den Mittwoch nach wie vor, so wie ziemlich alle Au Pairs. Den ganzen Tag die Kinder zu haben, ist kein Kinderspiel! Besonders nicht, wenn beide Fieber haben und ohne Grund einfach mal alle 5 Minuten heulen. Wahlweise auch alle 2 Minuten.. eine Nervenprobe!
Es ist auf jeden Fall kein Zuckerschlecken, auch wenn die Beiden so süß sind. Gott, was ist denn heute los mit mir und den ganzen Sprichwörtern und schlechten Wortspielen :D haha..
In der Woche ist nichts Besonderes passiert. Außer, dass der Herbst von einem Tag auf den anderen über uns hereinbrach. Regen und 10°C kälter drückt die Stimmung etwas, besonders wenn die Schuhe nicht wasserdicht sind. Aber Wurscht, ich bin ja nicht aus Zucker (schon wieder Zucker! Mensch, Mensch..). Dick eingepackt sind Hanna und ich am Freitagabend, also den 7.10., ins Kino am Place d'Italie gefahren. Da "Die drei Musketiere" erst am 12.10. anläuft, haben wir uns für "crazy, stupid, love" in englisch mit französischen Untertiteln entschieden, auch wenn ich den schon mal gesehen habe. Bei meinem Gedächtnis war das nicht so schlimm, ich hab trotzdem bei allen witzigen Stellen wieder gelacht. Das Coolste war aber, dass wir für den Spaß nur 4,20€ bezahlt haben. Weeeeil wir unter 26 Jahren sind. Schöne Regelung, ist aber natürlich nicht in allen Kinos so. 22.15 Uhr begann dann der Film- und zwar der falsche. Ich hab wirklich an mir selbst gezweifelt. Entweder wir sind in den falschen Saal gelaufen oder ich kann mich partout nicht mehr an den Anfang erinnern. Aber es war einfach ein anderer Film mit dem selben Schauspieler wie in "crazy, stupid, love". Danach haben wir den ersten Nachtbus nach Hause genommen und Hanna hat mir vorgeschlagen am Samstagabend um 21.45 Uhr ein Feuerwerk in Montmartre anzusehen. Da hab ich natürlich nicht nein gesagt. Erstmal wurde aber ausgeschlafen und gefaulenzt. Und 18.30 Uhr am Samstag gings dann los zum "fête des vendages". Das war ähnlich wie hier das Altstadtfest, nur noch größer und mit mehr Leuten und tausenden Fressbuden. Sacré-Coeur hab ich dann auch endlich gesehen. Sticht wirklich hervor, da diese Basilika im "Zuckerbäckerstil" erbaut wurde und komplett weiß ist. Mit einem Wein und Churros setzten wir uns dann zu viert auf die Wiese, um auf das Feuerwerk zu warten. Der Ausblick war ohne Feuerwerk schon gigantisch und ihr könnt euch nicht vorstellen, wie genial das war! Da stieg automatisch ganz viel Freude in einem auf. Nach ca. einer Viertelstunde war das schöne Spektakel wieder vorbei und wir haben uns auf den Weg nach Hause gemacht, uns zwischendurch noch bei McDonalds gestärkt und mal wieder: ausgeschlafen. Heute, also Sonntag, wollten wir eigentlich ins Miniaturland. Aber da es geregnet hat, sind wir in das Museum "La Maison de Chateaubriand", das ganz in der Nähe liegt, gefahren. Gar nicht so einfach mit 4 Kindern, aber irgendwie hats geklappt. Es war wirklich wie ein Familienausflug. Mal hatte ich meine Héloise an der Hand, mal klein Suzan auf dem Arm und ich bin sehr stolz auf meine neuen Geschwister. Tabea, du bleibst trotzdem Schwestermonster Nr. 1! :) Der Mittagshunger trieb uns in ein amerikanisches Restaurant namens "Buffalo Grill".
Mein Menü:
Vorspeise: gemischter Salat, dazu lecker Brötchen
Hauptgang: Arizona Burger (mit Fleisch, Käse, Zwiebeln, Bacon, Salat..) mit Pommes
Nachspeise: gezuckerter Donut mit warmer Schokosauce und Kekseis
Wir haben uns ewig in diesem Restaurant aufgehalten, aber mir hats super gefallen! Danach waren wir alle kugelrund, zufrieden und bereit für den Mittagsschlaf. Zu Hause angekommen, hat Suzan ihren dann auch gleich angetreten. Wir haben den Kamin angeschmissen, klassische Musik eingelegt und irgendein Gesellschaftsspiel gespielt, das ich nicht kannte und das irgenwie auch kein Ende hat.. aber ich war gut! Naja, jedenfalls bin ich jetzt in meinem Zimmer und lausche Anaelle beim Piano spielen.
Übrigens kann Suzan jetzt "oui" und "non" sagen und schüttelt nicht wie üblich nur wild mit dem Kopf. Seitdem stehen wir immer voller Vorfreude vor ihr und fragen die blödsten Fragen, damit uns dieses kleine süße Etwas eine Antwort gibt und wir innerlich dahinschmelzen können. Eine wahre Freude, so ein Baby!
Nach dem ganzen Text, zeig ich euch auch die aktuellen Fotos:
Ich vermisse euch und denke immer an Deutschland! Ich freu mich auf Weihnachten!!! Hundertmillionenbillionen Küsse aus Frankreich! :*
 

Der Invalidendom
Napoleons Sakrophag
Kuppel des Invalidendoms


Jap.. Napoleon
Ich war da! Danke Sonne, immer dieser Gesichtsaudruck..

Mein erster französischer Crêpe!


Der Zopf hat sich gedreht, fand ich cool :D
Sacré-Coeur.. und viele Menschen!



Feuerwerk, jippie!

Das sind Churros. Frittiert, gezuckert, lecker.


Kreativbeschäftigung am Mittwoch mit den Kleinen. Mein Bild, jahaaa.



Das Video müsste übrigens um 90° gedreht werden, ich hab aber keine Ahnung, wie das geht. Also dreht eure Köpfe.. oder auch Computer, wenn ihr wollt :D